Leserbrief von Jörg Meißner zum Masterplan Solebad

Mit großer Übereinstimmung haben mit Ausnahmen der FDP sämtliche im Rat der Stadt Werne vertretenen Parteien den Millionen-Investitionen in das Natur-Solebad am Donnerstag zugestimmt.

In der Tat: die Übereinstimmung war einhellig. Um nicht zu sagen: kritiklos.

Und das ist der eigentliche Kern unserer auch in den zahlreichen Ausschüssen geführten Debatte. Wir wissen alle, dass einmal beschlossene Pläne in der Politik selten wieder angehalten werden. Die Umbaumaßnahmen für 16 Mio. € kommen also, koste es was es wolle.

Und das wird vermutlich nicht das Ende der Fahnenstange sein. Öffentliche Bauinvestitionen halten selten die Budgets ein. Das haben wir ja am Beispiel der Radstation bereits trefflich unter Beweis gestellt.

Auf Basis einer schlichten 1-jährigen Wirtschaftlichkeitsberechnung wurde die bedeutendste Investition der Werner Geschichte über 25 Jahre nunmehr durchgewunken. Derartige Projekte werden normalerweise über sehr lange Zeiträume betrachtet. In Werne nicht. Wir halten das für fahrlässig.

Ob die erwarteten Besucherzahlen und damit die erhofften Erträge dann auch tatsächlich so eintreffen werden, ist mit Blick auf die Aktivitäten anderer Bäder fraghlich.

Die Entscheidung treffen 39 Ratsmitglieder. Die Risiken tragen run 32.000 Einwohner, die die Zeche bezahlen müssen, wenn es schief geht.

Wir haben gefordert, sich Zeit für weitere Optionen zu nehmen – zum Beispiel, um private Partner ins Boot zu nehmen, um Risiken zu verteilen und mehr Sicherheit zu erhalten. Erfahrungen anderer Komunen zeigen, dass hier zudem deutliche Einsparungen möglich sind. Die Begeisterung der Ausschussmitglieder war jedoch zum Schluss zu groß, um sich diesen unbequemen Fragen noch zu stellen.

Jörg Meißner
Fraktionsvorsitzender der FDP im Rat der Stadt Werne

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