Leserbrief von Marius Sendermann zur aktuellen Finanz- und Verschuldungssituation

Marius Sendermann

Augen auf und Vorsicht auf der Insel der Glückseligen. Richtig ist, dass wir in Werne die zweitgeringste Pro-Kopf-Verschuldung im Kreis haben – stellt sich nur die Frage, ob wir uns mit den tendenziell schwächeren Gemeinden des Kreises Unna oder mit stärkeren münsterländischen Gemeinden Vergleichen möchten. Richtig ist auch, dass Herr Schulze-Beckinghausen sicherlich jemand ist, der zum Sparen aufruft und gezielt Sparmaßnahmen setzt.

Aber Vorsicht! Die Investitionen in nächster Zeit könnten uns dann doch gewaltig über den Kopf wachsen. Das für den Schulneubau und für den Kunstrasenplatz benötige Geld ist sicherlich gut und sinnvoll investiert. Die 16-Millionen-Euro-Investition ins Solebad führt aber erstens nicht verlässlich zu Einsparungseffekten und zweitens dazu, das wir uns in Zukunft an anderer Stelle in Sachen Pro-Kopf-Verschuldung wiederfinden.

Und ein Hinweis noch: Wenn wir über die Finanz- oder Weltwirtschaftskrise reden, dann lassen wir doch bitte das Jahr 2008 außen vor. Zwar hat diese Krise in 2008 begonnen, die Auswirkungen schlagen sich allerdings frühestens im Jahr 2009 nieder und dann wird die Lage vor dem Hintergrund drohender Gewebesteuerausfälle brenzlig.

Wir müssen äußerst vorsichtig mit derlei Äußerungen umgehen, sonst glaubt nachher tatsächlich jemand, dass es uns finanziell gut geht.

Marius Sendermann

FDP-Fraktion im Rat der Stadt Werne

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