Versicherungsmarkt für Hebammen bricht zusammen

Für untragbar hält die FDP Werne die aktuellen Versicherungsauflagen für Hebammen. „So, wie

Geburtshaus

die Regelungen jetzt gestaltet sind, blutet der Berufsstand aus, weil immer weniger Hebammen und Geburtshelfer die Kosten tragen können“, stellt die Fraktionsvorsitzende Claudia Lange fest. Am vergangenen Mittwoch hat sie gemeinsam mit der gesundheitspolitischen Sprecherin der

FDP-Landtagsfraktion Susanne Schneider (MdL) sowie den FDP-Politikerinnen Dagny Dammermann (Werne), Denise Laumann (Werne) und Stefani Müller-Veit (Bockum-Hövel) das Geburtshaus Werne besucht. Dessen Leiterin Edina Lippe-Borrmann und die Hebamme Ute Bölling wollten mit der Politik ins Gespräch kommen. um auf die Situation der Hebammen aufmerksam zu machen.

Voraussichtlich ab Juni 2015 wird es wegen des Ausstiegs eines Versicherungsanbieters den Hebammen kaum noch möglich sein, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. Bereits in den vergangenen zehn Jahren hatten sich die Kosten dafür mehr als verzehnfacht. Im kommenden Juli sollen die Kosten noch einmal steigen – dann auf 5091 Euro jährlich. Dagegen steht ein durchschnittlicher Stundenlohn von 8,50 Euro netto. „Die schwarz-rote Bundesregierung wollte sich laut Koalitionsvertrag endlich darum kümmern, doch geschehen ist bisher nichts“, betont Claudia Lange. „Es muss etwas passieren, sonst führt die Lage auf dem Versicherungsmarkt

zum Zusammenbruch der Versorgung mit Geburtshilfe.“

Die jetzige Entwicklung für die Hebammen hält die FDP in Werne für untragbar. „Jede Frau sollte entscheiden können, wo und wie sie ihr Kind zur Welt bringen will. Gibt es keine Hebammen mehr, dann ist auch die Entscheidungsfreiheit für werdende Mütter dahin. Wenn die Bundespolitik den Hebammenberuf aussterben lässt, bedeutet das eine Bevormundung für jede Frau.“

Claudia Lange erinnert daran, dass Hebammen nicht nur Geburtshelferinnen sind, sondern viele andere wichtige Aufgaben übernehmen. „Hebammen begleiten Frauen bei der Geburtsvorbereitung und der Rückbildung. Sie unterstützen junge Mütter und können oft früh Hilfe geben und Kontakte vermitteln. Es ist unvorstellbar und darf nicht sein, dass dies in Zukunft nicht mehr geleistet wird.“ Das Geburtshaus Werne bietet noch die ganzheitliche Betreuung und Versorgung an.

Die Werner Liberalen unterstützen die Online-Petition der Hebammen und appellieren an Gesundheitsminister Herrmann Gröhe, schnell eine Lösung zu finden. Außerdem appellieren sie, sich mit der Sache der Hebammen solidarisch zu zeigen.

 

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